Die Verdünnung – das Potenzieren
Hahnemann stellte bei seinen Studien fest, dass die verabreichten Arzneien manchmal heftige Patientenreaktionen hervorriefen. Um dies zu verhindern, begann er, die Arzneimittel zu verdünnen und dann weiter zu verschütteln (bei Flüssigkeiten) oder zu verreiben (bei Pulvern).
Zu seiner Verblüffung entdeckte er, dass nicht nur die unerwünschten Nebenwirkungen verschwanden, sondern zusätzlich die Kraft der Arzneimittel zunahm, obwohl ab einer bestimmten Verdünnungsstufe keine Moleküle des Ausgangsstoffes mehr nachweisbar waren.
Das genau vorgeschriebene Verdünnungsverfahren nannte Hahnemann Potenzieren, die entstandenen Arzneien Potenzen.
Heute unterscheiden wir, je nach Art der Verdünnung, zwischen D (1:9)-, C (1:99) - und LM- Potenzen (1:50.000).
Diese werden dann, ein weiterer Grundsatz der Homöopathie, in der kleinstmöglichsten Dosis verabreicht.
Anwendungsgebiete und Grenzen
Neben der Behandlung akuter Erkrankungen wird gerade die Homöopathie erfolgreich bei der Behandlung chronischer Erkrankungen eingesetzt.
Das Anwendungsgebiet umfasst nahezu alle Krankheitsbilder, angefangen bei Erkältungen, Allergien, Rheuma über psychische Störungen bis hin zu Schwersterkrankungen wie Krebs.
Wie jede Therapie hat auch die Homöopathie ihre Grenzen. Sie kann kein zerstörtes Gewebe ersetzen, kein krankmachendes Umfeld aus der Welt schaffen oder in Notfällen, wie z.B. bei Unfällen, eine Operation ersetzen.
Bei weit fortgeschrittenen schweren Erkrankungen ist mitunter keine Heilung mehr möglich. Aber hier kann die Homöopathie stützend eingreifen, Nebenwirkungen anderer Therapien mildern, die Psyche stabilisieren und Schmerzen lindern.
Homöopathie ist für Menschen jedes Alters geeignet. Besonders Kinder reagieren sehr gut auf diese Therapie.
Und je früher eine Erkrankung behandelt werden kann, umso größer sind die Erfolgsaussichten.
Die Behandlung
Bei der Behandlung akuter Beschwerden werden in der Regel die aktuellen Symptome, ihre Modalitäten und mögliche Ursachen sowie evtl. psychische Auswirkungen sorgfältig erfragt und dann ein passendes Mittel gewählt.
Bei chronischen Erkrankungen wird zusätzlich die gesamte Krankengeschichte, alle Vorerkrankungen, persönliche Besonderheiten, die Lebenssituation und familiäre Vorerkrankungen erfragt. Hier ist ein ausführliches Gespräch, die sog. Anamnese notwendig.
Homöopathie und Schulmedizin schießen sich nicht unbedingt gegenseitig aus.
Ein Miteinander ist immer zu befürworten und in einigen Fällen nicht nur wünschenswert sondern notwendig um Heilung zu ermöglichen.

Deren Charakteristika werden, wie beim Chinarindenversuch, durch Arzneimittelprüfungen am Gesunden getestet und genau dokumentiert.
Weit über 2.000 Mittel sind zur Zeit bereits getestet. Die Ergebnisse werden in detaillierten Symptomenverzeichnissen, den Repertorien, aufgelistet.
Ursprung und Begriffserklärung
Der Arzt, Apotheker und Chemiker Samuel Hahnemann (1755-1843) gilt als Begründer der Homöopathie.
1796, als Hahnemann erstmals seine Arbeit der Öffentlichkeit vorstellte, gilt als das “Geburtsjahr” der Homöopathie.
Um sich von der herkömmlichen Medizin begrifflich abzugrenzen, prägte Hahnemann für die alte Schule den Begriff Allopathie (griech.: allos = das Andere) und nannte sein Behandlungskonzept Homöopathie (griech.: homoios pathein = das Ähnliche), ausgehend von der Annahme, dass das beste Heilmittel jenes sei, das in der Lage ist, ähnliche Krankheitssymptome beim gesunden Menschen zu erzeugen (Ähnlichkeitsprinzip).
Das Ähnlichkeitsprinzip
Hahnemann stellte in einem Selbstversuch fest, dass sein gesunder Körper bei wiederholter Einnahme von Chinarinde Symptome zeigte, die charakteristisch für Malaria waren (Chinarindenversuch). Bei einem Malariapatienten hingegen war Chinarinde in der Lage, die Krankheit zu heilen. Hahnemann vermutete daher, dass es einen Zusammenhang zwischen den Symptomen einer Erkrankung und den “Prüfsymptomen” einer Arznei gibt.
In den nächsten Jahren prüfte Hahnemann eine Reihe weiterer Substanzen hinsichtlich dieses Ähnlichkeitsprinzips, und sah seine Annahme bestätigt. Das heißt, das am besten passende homöopathische Mittel ist immer das, welches die bestehende Krankheit am besten nachahmt.
Mittelfindung und Arzneimittelprüfung
Dieses ähnlichste Mittel zu finden, ist die besondere Kunst der Homöopathie. Wer das passende Mittel, das sog. Simile finden will, darf nicht nur organische Symptome zur Kenntnis nehmen, sondern muss den Patienten in seiner ganzen Individualität genau studieren und die unterschiedlichen Symptome der verwendeten Arzneimittel kennen.

